Artenschutz im Siedlungsraum

Natur unterm Dach und vor der Haustür

Tübinger Dächer mit Stiftskirche (Foto: Doris Brötz)
Tübinger Dächer mit Stiftskirche (Foto: Doris Brötz)

Seit der Mensch in Häusern lebt, leben Wildtiere mit ihm unter einem Dach. Einige von ihnen bleiben als heimliche Untermieter oft jahrelang unbemerkt. 

 

Ob Spatz, Schwalbe, Mauersegler, Turmfalke, Dohle oder Fledermaus - alle diese Arten haben sich als „Kulturfolger“ an den Lebensraum Stadt angepasst. Ihre ausgeprägte Spezialisierung führt dazu, dass Gebäude für sie die einzige Möglichkeit darstellen, einen Nistplatz oder ein Quartier zu finden. 

Mehlschwalbe
Mehlschwalbe

Doch das Zusammenleben in Siedlungsgebieten bringt nicht nur Vorteile. Gerade durch die Abhängigkeit vom Menschen und seinen Gebäuden drohen diesen Vogel- und Fledermausarten Gefahren. Auf Veränderungen an den von ihnen genutzten Gebäuden  können sie kaum reagieren. Bei Sanierung, Umbau oder Abbruch verlieren sie häufig ihr Quartier, ihre Brut und nicht selten ihr Leben. Neubauten mit versiegelten und gedämmten Putz-, Glas- oder Metallfassaden bieten ihnen keine "Mitwohngelegenheiten“ mehr. Der Lebensraum Stadt befindet sich insgesamt im Umbruch, durch immer mehr Verdichtung und Verlust von Stadtnatur sind ihre Nahrungshabitate gefährdet.  

Diese Veränderungen führen seit den 90er Jahren zum dramatischen Rückgang der Kulturfolger-Arten und zu gravierenden Bestandseinbrüchen. Ein Beispiel dafür ist das Verschwinden der Haussperlinge in den europäischen Großstädten.

 

Die Population der Mauersegler in Deutschlands Städten, hat sich seit den 90er Jahren nahezu halbiert. Jährlich ist hier ein Bestandsrückgang um 6 % zu verzeichnen.  Diese Entwicklung führt zu einem schleichenden Aussterben von Arten, hier speziell von Gebäudebrütern. 

Mauersegler im Flug
Mauersegler im Flug

Um diesen Rückgang aufzuhalten, muss jetzt gehandelt werden. Gebäudebrüter und Fledermäuse brauchen mehr denn je den Schutz des Menschen zum Überleben. Jeder Einzelne – ob Einfamilienhausbesitzer oder Wohnungsbauträger, Naturfreund, Mieter, Behördenvertreter, Bauhandwerker oder Architekt – kann dazu einen Beitrag leisten. Langfristig bleibt so ein Stück Lebensqualität für uns Städter erhalten. Denn auch in Zukunft sollen noch Mauersegler durch unsere Straßen fliegen, der Turmfalke über der Stadt seine Kreise ziehen und Spatzen von den Dächern pfeifen.

 

Hier bekommen Sie Informationen zu bedrohten Arten, Praxistipps und Beratungsangebote zum Schutz von Gebäudebrütern und Fledermäusen.  

links: Mauersegler beim Anflug (Foto: Doris Brötz), rechts: Mauersegler im Nest (Foto: Elisabeth Bark)


Weiterführende Links


Nistplätze für Mauersegler und Mehlschwalbe in Tübingen

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Beispiel für Mauersegler in Tübingen
Mauersegler am Uniklinikum Tübingen.pdf
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Mauersegler und Mehlschwalbenkartierung 2011
Mauersegler TÜ 2011 Infos.pdf
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Umsetzungsbeispiele - Mauersegler und Mehlschwalbenkartierung 2011
Mauersegler TÜ 2011 Umsetzungsbeispiele.
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Kartieranleitung - Mauersegler und Mehlschwalbenkartierung 2011
Mauersegler TÜ 2011 Anleitung.pdf
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Bauanleitung Nisthilfe - Mauersegler und Mehlschwalben
Mauersegler TÜ 2011 Bauanleitung.pdf
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Artenschutz an Gebäuden
Artikel - Artenschutz bei Neubau, Umbau
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Meldebogen - Mauersegler und Mehlschwalbenkartierung 2011
Mauersegler TÜ 2011 Meldebogen.doc
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Kartierungszeitraum
Mauersegler_Anleitung_Kartierung.pdf
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