Altenberg in Pfäffingen - Erhalt der Streuobstwiesen

Historie

Am Altenberg bei Pfäffingen wurde bis in die 1920er Jahre Weinbau betrieben, Danach wurden dort Streuobstwiesen angelegt. In den 1970er Jahren wurden noch Anträge von Privatpersonen abgelehnt, die dort auf ihren Grundstücken wieder Weinbau betreiben wollten. 

Die Nutzung der Streuobstwiesen ging in den 1980er und 1990er Jahren mehr und mehr zurück, so dass viele Flächen besonders im oberen, steileren Bereich der Verbuschung überlassen wurden. Die ehemaligen Trockenmauern aus der Weinbauzeit sind noch teilweise vorhanden. Ihr Zustand verschlechtert sich durch die mangelnde Nutzung aber zusehend. 

Seit dem Januar 2016 gibt es einen Managementplan für das FFH-Gebiet 7420-341 „Schönbuch“ und das Vogelschutzgebiet 7420-441 „Schönbuch“, in dem sich auch ein Großteil der Streuobstwiesen am Altenberg befinden. Für den Altenberg ist vorgesehen, die ehemaligen Streuobstwiesen wieder zu erstellen, bzw. zu erhalten


Der NABU am Altenberg

Eines der Grundstücke ist ein Geschenk an den NABU Tübingen, das wir Ende 2000 gerne angenommen haben. Mit viel Elan haben wir uns an die Revitalisierung der Streuobstwiese im unteren Bereich gemacht. Ab 2018 haben wir dann auch den oberen Steilbereich entbuscht und mit neuen Obstbäumen bepflanzt. Langfristig möchten wir diese Fläche in einem guten Zustand erhalten und überlegen, ob wir auch die Trockenmauern wieder instand setzten sollen.

Auch ein weiteres Grundstück, das der NABU Tübingen seit 2020 pachtet, soll wieder in eine funktionale Streuobstwiese verwandelt werden. Durch diese Maßnahmen will der NABU Tübingen seinen Beitrag zur Umsetzung des FFH-Managementplans leisten.  

Biotoppflege-Aktion, Februar 2019 (Bild: Antje Trapp-Frank)
Biotoppflege-Aktion, Februar 2019 (Bild: Antje Trapp-Frank)

Unsere bisherigen Bemühungen wurden in 2020 mit dem Nachhaltigkeispreis der EDEKA Südwest GmbH ausgezeichnet. Eine Anerkennung, die alle Beteiligten zu weiteren Arbeiten auf diesen Flächen ermutigt.


Artenvielfalt am Altenberg

Durch seine südlich ausgerichtete Lage ist der Alteberg besonders bei Wärme und Trockenheit liebenden Arten beliebt. Dies drückt sich im Vorkommen vieler bedrohter Reptilien-, Insekten- und Pflanzenarten aus, die sonst in der Tübinger Umgebung selten vorkommen. Am ehesten vergleichbar ist das Artenvorkommen mit dem Spitzberg oder Kapellenberg. Streuobstflächen (die von sich aus schon sehr artenreich sind) erhöhen die Vielfalt noch um ein Vielfaches.

Hirschkäfer (Bild: Lars Stoltze)
Hirschkäfer (Bild: Lars Stoltze)