NABU Tübingen erhält den 5. Jurypreis 2018

in der Kategorie Umwelt, Klima und Naturschutz

Die gezielte Beweidung von Feuchtgebieten durch Hochlandrinder stellt eine hervorragende ökologische Variante des Arten-gerechten Biotopmanagements dar. Für diese Methode hat der NABU Tübingen sich einen Preis verdient. Durch den Einsatz dieser Tiere am Wiesbrunnen zwischen Unterjesingen und Wurmlingen wird ein Lebensraum für die stark bedrohte Bekassine geschaffen.  

Moderator Jakob Nacken überreicht den 5. Jurypreis an den NABU-Vorsitzenden Dr. Andreas Wöhrmann beim Umweltpreis 2018 der Stadtwerke Tübingen


Projekt

Schutz der Bekassine durch schonende Beweidung ihres Lebensraums mit Hochlandrindern

Bekassine
Bekassine

Bekassinen weisen wie viele andere Schnepfenvögel auch, durch den Verlust geeigneter Lebensräume, einen großen Rückgang in ihren Beständen auf. Dies sind in erster Linie feuchte Offenlandschaften. Ursprünglich gab es im Ammertal, in dem der Wiesbrunnen liegt, eine große Zahl dieser Landschaftsstrukturen. Durch die heutige landwirtschaftliche Nutzungen sind diese Lebensräume größten Teils verloren gegangen. Eine Beweidung ihres Lebensraumes durch Hochlandrinder garantiert eine optimale Gestaltung einer solchen feuchten Offenlandstruktur und stellt für die Bekassine einen bevorzugten Lebensraum dar, in dem sie sich wohlfühlt.

 

Als gewünschter Nebeneffekt profitieren auch viele andere Tierarten von dieser ökologischen Form der Landwirtschaft. Dadurch fühlen sich auch viele Schmetterlinge, Amphibien und Insekten am Wiesbrunnen wohl, und man kann dort eine Artenvielfalt bewundern, die früher im Ammertal normal war, heute aber eine Seltenheit darstellt. Somit können wir durch dieses Projekt nicht nur zeigen, dass ökologische Landwirtschaft mit artgerechter Tierhaltung möglich ist, sondern leisten einen großen Beitrag, um die Artenvielfalt im Kreis Tübingen zu erhalten und wenn möglich zu vergrößern.

Hochlandrinder
Hochlandrinder