Austauschprojekt der NAJU Tübingen mit dem CNCC Moshi

Der Children Nature Conservation Club (CNCC), ist ein Umweltschutz-Verein aus Tübingens Partnerstadt Moshi in Tansania. Ihr Ziel ist es, das Umweltbewusstsein in Tansania besonders bei jungen Menschen zu stärken. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Umweltaufklärung an Schulen. Zum Beispiel über den nachhaltigen Umgang mit Plastikmüll zu informieren oder Natur-Camping-Trips in Nationalparks zu organisieren. Der Wert von Wildnis, dessen Schutz und Management, werden hier den Kindern und Jugendlichen nahegebracht. Große Bedeutung bei der Vermittlung von Umweltwerten haben dabei ein großes Repertoire an Liedern und Tänzen.
Der erste Austausch fand im August 2019 in Tübingen statt und unser Gegenbesuch Corona-bedingt erst im August 2022 in Moshi. Nach diesen tollen Erfahrungen hoffen wir in 2024 einen weiteren Austausch zu gestalten.
Ermöglicht wurde der Austausch durch die Zusammenarbeit mit dem Verein der Städtepartnerschaft Tübingen Moshi.

Der NAJU Tübingen in Moshi 2022

Nach zwei coronabedingten Verschiebungen konnte im August 2022 endlich der Gegenbesuch in Moshi stattfinden. Der Freundschaft zwischen beiden Vereinen hat das keinen Abbruch getan. Auch angesichts vergleichbarer ökologischer Probleme soll der Austausch fortgesetzt werden.

Bild: Lars Stoltze
Bild: Lars Stoltze

Ein herzliches Willkommen (suaheli: karibuni) klang den sieben Mitgliedern der Tübinger NABU Gruppe bei ihrer Ankunft in Tübingens Partnerstadt Moshi in Tansania entgegen. Nachdem 2019 eine Gruppe des Children Nature Conservation Clubs (CNCC) aus Moshi zu Besuch in Tübingen war, konnte in den ersten drei August Wochen dieses Jahres endlich der Gegenbesuch stattfinden.

 

Trotz der langen Corona-bedingten Pause hat die Freundschaft zwischen den beiden Vereinen, Dank der modernen elektronischen Medien, keinen Abbruch genommen. Thema des Austausches war die Vermittlung von Naturschutzwerten an junge Menschen. Natürlich besprachen die beiden Umweltgruppen aber auch generelle Umweltprobleme in Tansania.

Bild: Lars Stoltze
Bild: Lars Stoltze

In Moshi wurden daher mit Schülern, zur Thematisierung des Klimaschutzes, Bäume gepflanzt oder über Müll, Wilderei und den touristischen Wert von Nationalparks diskutiert. Ranger schilderten ihre Freude über zunehmende Elefantenpopulationen in Nationalparks und Landwirtinnen ihre Sorgen, wenn Elefanten aus dem Nationalpark ihre Felder verwüsten. Auch die ökologische Problematik von großen Zuckerrohrplantagen und Monokulturen zur Holzgewinnung konnten rund um Moshi besichtigt werden.

Bild: Lars Stoltze
Bild: Lars Stoltze

In Deutschland sind Klimaschutz und Bäume in aller Munde und über den Wert von Artenvielfalt wird auf allen Ebenen gesprochen. Hier haben Landwirte sorgen mit Wildschweinen in Feldern oder der (aus naturschutzfachlicher Sicht erfreulichen) Zunahme des Wolfes und ihren Schafen. Bei Monokulturen ist der Artenschwund in Tansania noch eindeutiger als in Deutschland, da in einem native forest neben der Holzplantage über 300 Vogelarten nachgewiesen wurden (in Deutschland brüten maximal 280 Arten), während in der Plantage nur ca. 80 Arten zu finden sind.

 

Somit stellte sich heraus, dass es zwar viele kulturelle und ökonomische Unterschiede zwischen Tansania und Deutschland gibt, aber die ökologischen Probleme große Ähnlichkeit haben. Die durch die Stadt Tübingen unterstützte Einrichtung einer Kompostierungsanlage für Bioabfälle vom lokalen Lebensmittelmarkt in Moshi, sind daher ein Schritt in die richtige Richtung, aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Langfristig kann sich ökologisches Verhalten nur ändern, wenn junge Menschen den Wert von Natur und Artenvielfalt verstehen lernen. Auch dies ist in Deutschland und Tansania gleich.

Bild: Lars Stoltze
Bild: Lars Stoltze

Schon aus diesem Grund, wollen der NABU Tübingen und CNCC Moshi ihren Austausch  fortsetzen, um angefangene Arbeiten und das Verständnis füreinander weiter zu vertiefen. Daher bedanken wir uns ausdrücklich für die großzügige finanzielle Förderung durch ENGAGEMENT GLOBAL mit Mitteln des BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), der Stadt Tübingen und dem Rotary Club Reutlingen Tübingen. Denn neben der Vermittlung von Naturschutzinhalten fördert ein solcher Austausch natürlich das kulturelle Verständnis. So viele Ähnlichkeiten wie es in den Umweltproblemen gibt, so viele Missverständnisse gibt es oft auf kultureller Basis. Bei den Austauschteilnehmern sind dies nun einige weniger geworden und es zeigt wie wertvoll die Städtepartnerschaft von Tübingen und Moshi ist. Insbesondere die Unterstützung durch den Städtepartnerschaftsverein Tübingen-Moshi, durch den dieser Austausch erst zustande kommen konnte, belebt eine solche Partnerschaft.

 

Corona hat uns nicht aufhalten können und wir werden einen Weg für einen weiteren Austausch finden, damit wir bald wieder „Willkommen in Tübingen“ zu unseren Freunden aus Moshi sagen können.


Der CNCC in Tübingen 2019

Bild: Lars Stoltze
Bild: Lars Stoltze

Bildergalerie der Aktivitäten in Tübingen von Juli - August 2019


Unterstützung

Das CNCC-Projekt wird unterstützt von:

  • ENGAGEMENT GLOBAL mit Mitteln des BMZ
  • Abteilung Kultur der Stadt Tübingen
  • Rotary-Club Reutlingen-Tübingen Nord