Auf dem Weg zur mauerseglerfreundlichen Stadt – Stand 2026

Mauersegler. Foto: Wolfgang Fritz
Mauersegler. Foto: Wolfgang Fritz

Der Mauersegler gehört zu den faszinierenden Tieren unserer Städte – und doch steht er zunehmend unter Druck. Sanierungen, Neubauten und der Verlust alter Gebäudestrukturen lassen die Brutplätze dieser eleganten Zugvögel immer weiter schwinden. In Tübingen engagieren sich deshalb seit Jahren engagierte Menschen dafür, das zu ändern.

400 Nester – ein beeindruckendes Ergebnis

Ein zentrales Ziel des Projekts „Mauerseglerfreundliches Tübingen" ist die systematische Erfassung und Schaffung von Nistmöglichkeiten im Stadtgebiet. Mit inzwischen 400 kartierten Nestern kann das Projekt eine beachtliche Bilanz vorweisen. Angefangen mit 136 Nestern in den Jahren 2019/20, wuchs die Zahl stetig – auch dank neuer Standorte wie etwa in Pfrondorf, wo dieses Jahr bereits sechs weitere Nester in Kooperation mit der GWG und einem Architekten entstanden sind. Insgesamt sind seit 2019 bereits 400 neue Nistgelegenheiten entstanden. 

Netzwerk aus Kooperationen

Hinter dem Projekt steckt ein breites Netzwerk: Es reicht von der Wohnungsbaugesellschaft GWG bis hin zum Universitätsklinikum und vielen anderen. Auch eine lokale Schreinerei hat mitgewirkt und eigens einen Prototyp-Nistkasten für Mauersegler entwickelt. Unterstützung gab es zudem durch zahlreiche engagierte Einzelpersonen.
Zusätzlich kommen in Tübingen auch Klangattrappen zum Einsatz – eine Methode, um Mauersegler durch den Ruf ihrer Artgenossen an neue Standorte zu locken. Aktuell sind drei Geräte an verschiedenen Orten der Stadt ausgeliehen. 
Auch die Öffentlichkeitsarbeit kommt nicht zu kurz: Ein Vortrag im Stadtteiltreff ist für Juli 2026 geplant, um noch mehr Menschen für den Schutz der Mauersegler zu begeistern.

Ein Projekt mit Zukunft

Das Engagement in Tübingen zeigt: Artenschutz im Siedlungsraum funktioniert – wenn Verwaltung, Architekten, Wohnungsunternehmen und ehrenamtliche Naturschützer an einem Strang ziehen. Mit offenen Förderprogrammen, laufenden Bauvorhaben in der Planung und einer aktiven Google-Maps-Kartierung aller Nistplätze bleibt das Projekt lebendig und wächst weiter.

Wer mitmachen oder mehr erfahren möchte: Einfach melden – Tübingen sucht weiterhin Unterstützerinnen und Unterstützer!